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 April 2008 | Mit gelbem Kranich auf grauem Leder

Regionalflotte wird sukzessive an das Corporate Design der Lufthansa angepasst

Grau statt blau – wenn Passagiere die neu gestalteten Eurowings-Flugzeuge betreten, dann nehmen sie die Änderungen im Kabinendesign auf den ersten Blick vielleicht gar nicht zur Kenntnis. Denn es sind vor allem kleine Details, die im Zuge der im Herbst 2006 begonnenen Refurbishment-Kampagne von Eurowings verändert wurden. So nehmen Fluggäste statt in den ehemals blauen Eurowings-Sesseln nun in hellgrauen, stärker an der Corporate Identity (CI) der Lufthansa orientierten Ledersitzen Platz, der Teppich ist blau schwarz, und neben neuen Dekorfolien werden zusätzlich lufthansaspezifische Anbauteile wie Postkartenhalter und Businessclass-Zeichen, neue graue Gurte und freundliche blaue Vorhänge hinzukommen. Sie werten den Eingangsbereich auf.

Sinn und Zweck der zwei Flugzeugtypen der Eurowings-Fotte – CRJ 200 und BAe 146 – und insgesamt 20 Maschinen (acht BAe und zwölf CRJ) umfassenden Maßnahme: ein einheitlicheres Kabinendesign und damit mehr Produktkontinuität – getreu den Vorgaben der Lufthansa für die Mitglieder des Regionalverbundes. Oder, anders gesagt: Wer von Lufthansa auf ein Flugzeug der Eurowings wechselt, soll keinen Unterschied merken. Schließlich lautet die Botschaft: „Bei Eurowings erwartet Sie ein modernes Produkt mit bewährter Lufthansa-Qualität!“

Anlass für die umfangreiche Kampagne sind die Vorgaben, das Kabinendesign stärker an das der Lufthansa anzugleichen und so den Wiedererkennungswert für die Passagiere zu erhöhen. Gestartet wurde im Herbst 2006 – mit der Veröffentlichung eines neuen Kabinendesigns seitens der Lufthansa. Im Anschluss daran ging es an die Materialbestellung sowie die Vorbereitung auf die durch den Umbau notwendig werdenden Zulassungsverfahren. Viel Arbeit für die mit der Neuausstattung beauftragten Kollegen, denn es hieß nicht nur interne Vorgaben hinsichtlich der Kosten, des Wartungsaufwands und Gewichtes sowie die CI-Vorschriften der Lufthansa zu berücksichtigen, sondern auch jede Menge Normen und technische sowie sicherheitstechnische Auflagen zu beachten. Der Grund: anders als bei bereits vom Hersteller von Anfang an in den Maschinen integrierten Teilen müssen bei einem Neueinbau nicht nur der Flugzeughersteller, sondern auch diverse Behörden ihre Zustimmung erteilen. Zudem müssen Vorgaben der jeweiligen Produkthersteller berücksichtigt werden, bevor überhaupt der erste Passagier Platz nehmen darf.

Allein in punkto Brandschutz bedeutet das zum Beispiel mindestens drei aufwändige Tests, die das Leder eines neuen Passagiersitzes zu durchlaufen hat, um die Zulassung zum Einbau zu erhalten: einen für das als Obermaterial verwendete Leder, einen für das Füllmaterial Schaumstoff und einen Kombinationsbrandtest beider Materialien zusammen. Hinzu kommen spezielle Belastbarkeitstests wie zum Beispiel Rutschtests, denn die in der Kabine eingesetzten Teile müssen später erfahrungsgemäß hohen Belastungen standhalten und somit besonders strapazierfähig sein.

Damit nicht genug, darf im Zuge der strengen Sicherheitsvorkehrungen kein Ausrüstungsteil ohne Nachweis der Lufttüchtigkeit eingebaut werden. Kein Wunder also, wenn das Umrüsten der Eurowings-Flotte sukzessive und im Umlaufverfahren geschieht und noch längst nicht abgeschlossen ist. Obwohl sowohl die Designvorschriften der Lufthansa als auch behördliche und technische Vorgaben eingehalten werden mussten, blieb dem Eurowings-Team Raum für Kreativität und Eigenentwicklungen. Ergebnis sind unter anderem die neuen Headrest Covers – graues Leder mit gesticktem gelbem Kranich –, die jetzt in allen Flugzeugen der Regionalflotte eingeführt werden. Insgesamt gilt es, annähernd 1500 Flugsessel in 20 Maschinen neu zu beziehen, eine Investition, die bei 300 bis 350 US-Dollar pro Sitz liegt.



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