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Juni 2008 | Eurowings Technikstation: Nürnberger halten Flotte perfekt in Schuss
Durch die Fenster der großen Werkhalle nahe dem Tower fällt mattes Licht und mischt sich mit der Neondeckenbeleuchtung. Drei Flugzeuge stehen in der Eurowings-Werft am Flughafen Nürnberg bereit, um von den rund 80 Flugzeugtechnikern und Elektronikern durchgecheckt und wieder einsatzbereit gemacht zu werden. Hier befindet sich der Hauptsitz der Eurowings Technik.
„In Nürnberg können wir vom Routine-Check bis zur komplizierten Struktur-Reparatur alles durchführen“, erklärt Hermann Zwosta, Manager Base Maintenance bei Eurowings. Die Station gliedert sich in zwei Bereiche: die Technikwerft und die Verwaltung, die unter anderem auch für die Koordination der Technik mit den anderen Technikstationen der Eurowings in Düsseldorf, Frankfurt, Köln und Hannover zuständig ist.

Einsatz im Schichtbetrieb
Die Eurowings Techniker in Nürnberg arbeiten in drei Schichten: Die verschiedenen Flugzeugtypen der Eurowings Flotte, BAe-146- sowie CRJ-200- und CRJ-700-Jets, können so über Nacht und auch am Wochenende gewartet werden, damit sie so schnell wie möglich wieder betriebsbereit sind. In Nürnberg werden zurzeit am Wochenende überwiegend 1A-Checks an der vierstrahligen BAe 146 des Herstellers British Aerospace durchgeführt – nach 625 Landungen schreibt der Hersteller einen 1A-Check vor. „Die C-Checks werden allerdings seit gut zwei Jahren im englischen Exeter erledigt“, so Techniker Wolfgang Mang. Davor waren C-Checks ebenfalls Sache der Nürnberger.
Bei einem C-Check werden je nach Anzahl der Landungen und nach Flugzeit ganze Baugruppen kontrolliert und ausgetauscht. Hierzu gehört beispielsweise das Fahrwerk: Es wird zerlegt, untersucht und gegebenenfalls repariert. Anschließend wird es wieder zusammengebaut. „Das nimmt in der Regel eine Woche, kann aber auch mehr Zeit in Anspruch nehmen“, so Wolfgang Mang.
Die Nürnberger Techniker werden auch zur Unterstützung der Außenbasen nach ganz Europa geschickt, wo sie als Spezialisten eingesetzt werden. In dringenden Fällen reist ein Notfall-Team zum jeweiligen Flughafen, an dem ein technisches Problem aufgetreten ist. Das war zum Beispiel im März dieses Jahres der Fall, als Wolfgang Mang mit einem Kollegen nach Berlin reisen musste: Vögel waren in die Triebwerke einer BAe geraten und gegen die Tragflächen geknallt. Dabei hatten sie das Flugzeug so stark beschädigt, dass es, nach Rücksprache mit dem Hersteller und einer vorläufigen Reparatur, vom Flughafen Berlin-Tegel schließlich zur endgültigen Reparatur nach Nürnberg überführt werden musste.
Pro Nacht werden im Schnitt fünf bis sechs Flugzeuge in Nürnberg gewartet oder repariert. Arbeitsreiche Nachtschichten in der Werft Nürnberg und Einsätze im Außendienst wechseln sich ab, weiß Wolfgang Mang: „Es kann eine ruhige Nacht werden, in der man nur die täglichen Inspektionen abwickelt, also Daily Check, Line-Check oder Weekly Check, und Arbeitsaufträge aus der technischen Planung abarbeitet. Oder aber es häufen sich die Arbeiten so, dass man am Ende einer Nachtschicht sogar ein Flugzeug an die Frühschicht übergibt, damit sie die Arbeiten beenden kann – zum Beispiel bei einem Triebwerkswechsel.“ Jets werden hier nicht nur gewartet, sondern auch mit der neuesten Technik ausgestattet, neuen Kameras etwa für die Sicherung der Kabine. Für Standard-Reparaturen hält die Nürnberger Technikstation Ersatzmaterial auf Lager. „Wir können Wartungs- und Reparaturarbeiten hier absolut schnell und präzise durchführen“, erklärt Hermann Zwosta, „und ich würde mich freuen, wenn unser Potenzial hier in Nürnberg in Zukunft sogar noch ausgebaut werden könnte.“
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