Brindisi: 7 Gründe, warum sich ein Kurztrip lohnt
Historische Altstadt: Espresso, Cornetto, Dolce Vita
Meinen Tag in Brindisi starte ich ganz entspannt auf der kleinen Terrasse des Caffè Olympia. Ich tunke mein knuspriges Cornetto in den cremigen Cappuccino und koste diesen Moment aus, während der Tag noch vor mir liegt. Drinnen an der Bar stehen die Einheimischen, trinken schnell ihren Espresso und diskutieren angeregt über die neuesten Nachrichten aus Rom. Von hier aus beginne ich meinen Rundgang durch die engen Gassen des Centro Storico. Die Stadt erwacht langsam, Rollläden klappern nach oben, erste Geschäfte öffnen ihre Türen. Hier kannst du die malerischen Plätze genießen, das warme Licht auf den Natursteinfassaden und dich einfach treiben lassen. An der Piazza Duomo stehe ich schließlich vor der Basilica di San Giovanni Battista mit ihrem mittelalterlichen Grundriss und der barocken Fassade. Gleich daneben liegt das Museo Archeologico Provinciale Francesco Ribezzo, in dem Fundstücke aus der Region die lange Geschichte Brindisis erzählen.
Mehr anzeigenSan Giovanni al Sepolcro: Verstecktes Juwel
Brindisi hat viele Kirchen aus unterschiedlichen Epochen. Ich entscheide mich für einen Besuch in der Chiesa di San Giovanni al Sepolcro. Sie liegt etwas versteckt in der Altstadt und wirkt von außen recht unscheinbar. Die achteckige Kirche aus dem 12. Jahrhundert entstand nach einem Entwurf der Tempelritter und orientiert sich bewusst am Heiligen Grab in Jerusalem. Byzantinische Kuppeln, normannische Bögen, orientalische Proportionen, alles auf kleinstem Raum. An den Wänden erkenne ich Reste alter Fresken, durch schmale Öffnungen fällt gedämpftes Licht. Die verbliebenen Malereien lassen erahnen, wie eindrucksvoll dieser Raum einmal gewesen sein muss. Nach dieser Portion Kultur zieht es mich weiter ins La Cantina Ti l'Artisti, nur wenige Gehminuten entfernt. Ich sitze draußen in der kleinen Gasse, freue mich über meine Taglioni mit Krebsfleisch und nippe zwischendurch an einem gut gekühlten Glas Fiano-Wein.
Mehr anzeigenLungomare Regina Margherita: Postkartenblick inklusive
Der Lungomare Regina Margherita gehört für mich zu den entspanntesten Orten in Brindisi. Entlang der Promenade stehen Palmen, davor öffnet sich der Blick auf den geschützten Naturhafen. Boote gleiten vorbei, das Licht spiegelt sich im Wasser, Urlaubsgefühl pur. Beim Schlendern entdeckst du hier immer wieder kleine Spots. Cafés, Bars und Gelaterien reihen sich entlang der Promenade. Von hier fällt der Blick auch hinüber zur Altstadt, wo die Colonne Terminali della Via Appia stehen. Sie markieren das Ende der Via Appia, der antiken Straße, die einst Rom mit Brindisi verband. Die erhöhte Lage über dem Hafen macht den Ort besonders, mit freiem Blick über das Wasser und zurück in die Stadt. Am frühen Abend beginnt am Ufer die Passeggiata. Einheimische flanieren am Ufer entlang, bleiben stehen, plaudern und genießen den Feierabend. Jetzt ist die perfekte Zeit für den Aperitivo. Mehr als nur ein Drink, ein kleines Ritual vor dem Abendessen. Setze dich in die #Vistamare Petit Lounge Bar und bestell dir einen Aperol Spritz. Dazu kommen Stuzzichini, kleine Snacks von Oliven bis Focaccia und Mini-Pizzastücke. Das reicht oft völlig, um das Abendessen ausfallen zu lassen. Den traumhaften Sonnenuntergang mit Blick auf den Hafen bekommst du inklusive.
Mehr anzeigenMonumento al Marinaio d’Italia: Wahrzeichen mit Weitblick
Das markante Monumento al Marinaio d’Italia habe ich schon von der Promenade aus entdeckt. Das Bauwerk ist als überdimensionales Schiffsruder gestaltet und steht direkt am Hafen. Errichtet in den 1930er Jahren, erinnert das Denkmal an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Seeleute Italiens. Beim Näherkommen zeigen sich Details: Anker und Geschütze aus der Zeit des Ersten Weltkriegs verweisen auf die militärische Vergangenheit, das helle Carparo-Gestein findet sich auch in vielen historischen Gebäuden der Stadt. Im Inneren liegt eine kleine Kapelle, die der Madonna Stella Maris, der Schutzpatronin der Seefahrer, gewidmet ist. Der Turmaufstieg mit seinen rund 200 Stufen wird dich mit einer wunderbaren Aussicht belohnen.
Mehr anzeigenCastello Alfonsino: Zwischen Stadt und offenem Meer
Ich kann dir einen Abstecher zum Castello Alfonsino draußen an der Hafeneinfahrt nur empfehlen, auf der Insel Sant’Andrea, fast schon losgelöst von der Stadt. Vom Wasser aus wirkt die Festung besonders präsent, mit klaren Linien und massiven Mauern, die direkt ins Meer zeigen. Ich nehme ein kleines Boot vom Hafen, die Überfahrt startet unweit der Scalinata Virgiliana und dauert nur wenige Minuten. Schon dieser kurze Weg verändert die Perspektive. Brindisi rückt in den Hintergrund, vor mir liegt nur noch Wasser und diese weitläufige Anlage. Die Festung entstand ab dem späten 15. Jahrhundert als zentrale Verteidigung des Hafens und wurde später um Bastionen und ein geschütztes Hafenbecken erweitert. Eine geführte Tour lohnt sich, wenn du auch historische Räume und ehemalige militärische Bereiche erkunden möchtest. Der Zugang ist nur im Rahmen dieser Besichtigungen möglich und sollte vorab gebucht werden.
Mehr anzeigenMarkthalle: So schmeckt die Stadt
Sehenswürdigkeiten sind interessant, aber ich möchte auch das Lebensgefühl der Stadt spüren. In Brindisi finde ich das rund um den Mercato Coperto. Dort wird es am Vormittag besonders lebendig, hier spielt sich das tägliche Marktleben ab. Ich schlendere zwischen den Ständen entlang, bleibe stehen und schaue zu, wie die Nonnas mit geübtem Blick die besten Produkte auswählen, Tomaten prüfen, Käse probieren und ihre Taschen füllen. Genau hier zeigt sich der Alltag, authentisch und voller Leben. Die Stände sind voll mit reifem Gemüse, frischem Fisch und regionalen Spezialitäten. Typisch für die Region sind Ricotta aus Schafsmilch und Pecorino, der je nach Reifezeit ganz unterschiedlich schmeckt. Dazu kommen sonnengereifte Tomaten, Olivenöl und eingelegtes Gemüse, das in keiner Küche fehlen darf. Du möchtest genau diese Aromen auf deinem Teller probieren? Dann genieße ein Dinner im La Locanda del Porto. Viele der Produkte vom Markt prägen hier die Küche, vor allem Fisch und Meeresfrüchte. Frisch und mit Fokus auf lokalen Zutaten.
Mehr anzeigenStrandausflug: Meeresrauschen und Arrivederci
Nach vielen neuen Eindrücken in Brindisi beschließe ich spontan, meinen Kurztrip mit einem halben Strandtag ausklingen zu lassen. Eine Einheimische empfiehlt mir den Lido Hemingway Beach oder den Santa Lucia Beach. Ich entscheide mich für den Santa Lucia Beach und fahre die rund 4 Kilometer mit dem Taxi hinaus an die Küste. Kurz darauf liege ich auf einer gepolsterten Liege unter dem Sonnenschirm, vor mir die Weite der Adria, über mir die warme Sonne. Was ich an italienischen Bagnos besonders schätze: Alles ist unkompliziert organisiert. Duschen und Toiletten gehören dazu, an der Bar hole ich mir zwischendurch einen Espresso oder genieße einen Caprese-Salat im kleinen Restaurant. Ich lehne mich zurück, höre das Rauschen der Wellen und stelle fest: Brindisi war definitiv eine Reise wert.
Mehr anzeigenBereits im April und noch im Oktober ist es in Apulien wunderbar warm. Perfekt, um die Region entspannt zu erleben, ohne den Trubel der Hauptsaison.