6 Städte, die dir Ibiza ganz anders zeigen
Ibiza-Stadt: Zwischen Weltkulturerbe und Rooftop-Vibes
In Ibiza-Stadt (auch Eivissa genannt) legst du am besten früh am Morgen los. Denn dann schlummert die Altstadt Dalt Vila noch ruhig vor sich hin und die massiven Festungsmauern leuchten golden im ersten Licht. Schnapp die einen Kaffee und ein kleines Frühstück im One Cup oder im Nude und schlendere durch die engen, verwinkelten Gassen immer den Berg hinauf. Oben angekommen öffnet sich dein Blick über den Hafen, die Altstadt und das glitzernde Meer. Das ist einer dieser Ibiza-Momente, in denen du gerne für Stunden verweilen möchtest.
In der Stadt selbst warten hinter vielen Ecken schöne Überraschungen mit Geschichte auf dich. Sei es das Museu d'Art Contemporani mit seiner überschaubaren, aber wunderbar aufbereiteten Ausstellung zeitgenössischer Werke. Oder die über allem thronende Catedral d'Eivissa, welche seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Reie dich ein in den Flow der Stadt und erkunde kleine Galerien lokale Künstler:innen, versteckte Innenhöfe und Geschäfte mit handgemachtem Schmuck.
Wenn der Hunger ruft, kannst du auf den Stufen des S'Escalinata Tapas und kleine Sandwiches mit Blick über die Stadt snacken. Für ein stimmungsvolles Dinner unter Bäumen im Innenhof reservierst du im La Brasa. Danach ziehst du weiter auf den Rooftop des The Standard oder zum DJ-Set mit super Longdrinks im The Den. Ja, in Eivissa-Stadt kannst du dich treiben lassen oder in die Nacht verlieren. Grenzen setzt die Stadt dir zumindest keine.
Mediterrane Eleganz in Santa Eulària des Riu
In Santa Eulària des Riu im nordöstlichen Teil der Insel atmest du automatisch langsamer. Die lange Promenade leitet dich direkt am Meer entlang, vorbei an Palmen, Yachten und kleinen Cafés wie dem Passion im Süden der Playa oder dem The Monk in Hafennähe. Verglichen mit Eivissa wirken die Straßen von Santa Eulària etwas aufgeräumter, ohne jedoch an Flair einzubüßen. Wandere frisch gestärkt dann hinauf zur Kirche auf dem Puig de Missa.
Die Kathedrale ist das weiß getünchte Wahrzeichen der Stadt. Von hier oben sieht es aus, als würden das Meer, die Dächer der Stadt und das weite Hinterland zu einer Einheit verschmelzen.
Zur Stärkung gönnst du dir einen langen Lunch im hippen Project Social, wo du moderne Küche in entspannter Atmosphäre genießt. Pizza, Grafitti und laute Beats findest du gleich um die Ecke im Ohm Street. Am Abend spielt sich das Leben rund um den Hafen ab, wo du in eine der Bars oder Restaurants, das leise Schaukeln der Boote beobachten kannst. Du merkst, Santa Eulària ist perfekt, wenn du auf der Suche nach Entspannung bist.
Sant Antoni de Portmany: Viel Party, aber auch viel mehr
Sant Antoni de Portmany ist die Heimat des legendären Café del Mar. Wenn es auch oft sehr voll ist, lebt der Myhtos der legendären Sonnenuntergänge an diesem Teil der Insel natürlich weiter. Aber mal ehrlich, einmal im Café del Mar oder nebenan im nicht minder legendären Café Mambo beim Sundowner mit chilligen Beats die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen, gehört auf jede Ibiza Bucketlist. Aber San Antoni ist noch vielseitiger als dieser eine Moment.
Spaziere zum Beispiel morgens früh zur Playa oder bewege dich im Wasser mit einer der zahlreich angebotenen Kayak- oder Paddletouren entlang der felsigen Küste. Danach gönnst du dir Kaffee und ein Spitzenfrühstück im lässigen Melbourne Street Café. Entlang des Endless Rainbow Walks, eine Kunstinstallation des spanischen Street-Art-Künstler Okuda, die durch die Straßen des Partyviertels Westend führt, erlebst du bunte Farben, Formen und Lichtspiele. Ein wirklich tolles Fotomotiv. Freitags kannst du zudem über lokalen Bauernmark Mercat de sa Cooperativa schlendern.
Für kulinarische Highlights empfehlen wir dir eines der jungen Restaurants wie das Es Ventall oder Ample32, wo traditionelle Inselküche mit lokalen Produkten modern interpretiert werden. Wenn du es etwas schicker magst, reserviere im Es Tragón, dem ersten Restaurant mit Michelin-Stern in Sant Antoni – oder der Villa Mercedes direkt am Hafen. Danach entscheidest du am besten selbst wie dein Abend verlaufen soll: Tanzend in einem der weltberühmten Clubs oder lieber entspannt vor einer der kleinen Bars die Lebensfreude beobachten. Wild oder gechillt, Sant Antoni bietet dir beides.
Sant Josep de sa Talaia: Natur, Stars und Dorfleben
Am Fuße der höchsten Erhebung Ibizas, des Sa Talaia, liegt der drittgrößte Ort der Insel. Sant Josep de sa Talaia ist geprägt von weiß getünchten Häusern, ruhigen Plätzen und den Josepí und Josepinas (so nennt man die Einwohner:innen der Stadt), die entspannt bei Kaffee und Churros sitzen und plaudern. Hier erlebst du eine ursprünglichere Facette Ibizas.
In der Gemeinde wirst du vor allem eine relaxte Atmosphäre vorfinden, aber genau diese Gelassenheit macht die Stadt so herrlich. Wenn du trotzdem etwas erleben willst, kannst du den Sa Talaia besteigen und den tollen Ausblick über die Insel genießen. Außerdem erreichst du einige der spektakulärsten Strände der Insel. In 15 Minuten bist mit dem Auto an der Cala Comte und genießt das intensive Farbspiel des Wassers. Oder bleibe an der südlichen Cala d’Hort stehen und blicke auf den mystischen Felsen Es Vedrà mitten im Meer. Dieser ist nicht nur bei Sonnenuntergang ein toller Fotospots auf Ibiza.
Auch die Abende sind hier entspannt, etwa bei Tapas in der Destino Bar. Oder im mexikanischen Restaurant Racó Verd, wo Livemusik und entspannte Gespräche der Einheimischen den Ton angeben.
Wenn du den etwas verschlafenen Ort im Alltag erlebst, wirst du es wahrscheinlich kaum glauben. Durch seine Nähe zum Flughafen, seine kurzen Wege zu den schönsten Strände und einige Fünf-Sterne-Ressorts in unmittelbarer Nähe, gilt Sant Josep als heimliche Sommerresidenz zahlreicher Stars und Sternchen. Und natürlich liegt auch der nächste legendäre Feier-Ort nicht weit entfernt. Keine zehn Autominuten von Sant Josep liegt die Cova Santa, eine spektakuläre Partylocation rund um und in eine Natursteinhöhle gebaut. Zudem ist ein exklusives Restaurant angeschlossen. Wenn du hier anreist, solltest du dir Tickets bereits im Vorfeld gesichert haben – und dich auf eine lange, lange Nacht einstellen.
Unser Geheimtipp in der Nähe ist der Lost Place Festival-Club etwas nördlich von Sant Josep: Der extrem weitläufige, seit den Siebzigern stillgelegte, Outdoor-Partyspot war der erste Club auf Ibiza. Und damit die Gründungsstätte des Feiermythos der Insel. Heute ist die Ruine Teil von Ibizas etwas anderer Historie und ein Graffiti- und Street-Art-Museum unter freiem Himmel. Komme aber auf jeden Fall mit geschlossenem Schuhwerk. Leider haben sich über die Jahre viele Scherben angesammelt und einige Stellen gelten als einsturzgefährdet. Trotzdem ist der ehemalige Club ein einmaliger Ort.
Sant Joan de Labritja: Ibiza atmet hier langsamer
Im Norden, in Sant Joan de Labritja, findest du die kleinste Ortschaft in unserer Liste. Mit nur knapp 7.000 Einwohner:innen gilt Sant Joan als das ruhige Herz der Insel. Vielleicht haben sich auch deswegen so viele Auswanderer:innen seit den Neunzigern hier angesiedelt. Im und um den Ort dominieren Pinienwälder, schmale Straßen und weite Ausblicke die Landschaft. Sant Joan bietet dir Abstand und eine leise, fast meditative Seite Ibizas.
Atme also tief durch, lass die Ruhe wirken und wandere zur Entspannung durch Naturpfade bis zur Nordküste. Vielleicht entdeckst du ja eine der kleinen Buchten und versinkst allein im Strand in deinen Gedanken. Doch auch wenn der Ort klein ist, gilt der Sonntagsmarkt im Dorfkern als guter Grund anzureisen. Livemusik, handgemachte Produkte und bunter Trubel verwandeln das mitunter verschlafene Nest in eine quicklebendige Gegend.
Sant Carles de Peralta: Kreativer Geist und Hippie-Eldorado
In Sant Carles de Peralta liegt die Wiege der Hippie-Bewegung der Insel. Denn hier siedelten sich bereits in den Sechzigern die ersten Blumenkinder aus aller Welt an. Bis heute spürt man diese Wurzeln; kleine Ateliers, alternative Shops und entspannte Cafés prägen das Ortsbild.
Der berühmte Hippiemarkt Las Dalias taucht den südlichen Teil des Ortes jedes Wochenende in einen Mix aus Farben, Musik und Kunsthandwerk und zieht natürlich auch Tourist:innengruppen an. Von Juni bis September findet der Markt sogar abends statt (Sonntag-Dienstag) und verspricht eine besondere Atmosphäre.
Wir empfehlen dir auch einen Besuch beim benachbarten Restaurant Palo Santo. Oder du gönnst dir einen Einblick in das pure Sant Carles. Wie? Setze dich in die Bar Anita, dem inoffiziellen Zentrum des Ortes, und bestelle einen Hierbas. Das ist der traditionelle Kräuterlikör der Insel, der allgegenwärtig ist. In der Bar Anita sitzen Hippie-Künstler:innen, Rentner:innen und Tourist:innen seit Jahrzehnten gemeinsam und friedlich zusammen und repräsentieren so die gesamte Vielfalt, die Ibiza in seinen Städten zu bieten hat.