1

Die Bremer Stadtmusikanten  

Sie sind das märchenhafte Wahrzeichen Bremens: Der Esel, der Hund, die Katze und der Hahn. Die Tiere machen sich im Märchen der Gebrüder Grimm auf den Weg in die Hansestadt, um dort gemeinsam zu musizieren. Im Gepäck: der Wunsch auf ein neues und freies Leben. Zwar sind sie in der weltbekannten Geschichte nie in Bremen angekommen, wurden aber nicht zuletzt wegen ihrer tiefgreifenden Bedeutung für die Stadt auf dem Liebfrauenkirchhof, an der Westseite des Rathauses verewigt. Übrigens ist die Bronzestatue nicht nur ein Hingucker, sondern sie bringt auch Glück. Reibst du beide Beine des Esels, darfst du dir etwas wünschen. Vergiss nicht, ein Erinnerungsfoto mit den vier Tierchen zu machen.  

Mehr anzeigen
Statue der Bremer Stadtmusikanten
2

Rathaus, Roland und Bremer Dom

Nur wenige Schritte von den Bremer Stadtmusikanten entfernt, findest du Bremens „Gute Stube“: den historischen Marktplatz. Sein Herzstück ist das Bremer Rathaus, das schon seit dem 15. Jahrhundert den Stadtkern schmückt. Im 17. Jahrhundert wurde das Rathaus im Weserrenaissance-Stil umgebaut und erhielt seine bis heute unverwechselbare Fassade. Übrigens: Im Kellergewölbe unter dem Rathaus befindet sich der Bremer Ratskeller. Hier kannst du dir die hanseatische Küche bei einem vor Ort gekellerten Wein schmecken lassen. 

Zusammen mit dem Bremer Roland, einer über 10 Meter hohen Statue, gehört das Rathaus dem UNESCO-Welterbe an. Besonders der Roland, der noch heute über Recht und Freiheit der Hansestadt wacht, ist vom trubeligen Marktplatz nicht wegzudenken. Es ranken sich einige Anekdoten über den Roland. Seine spitzen Knie stehen zum Beispiel genau eine Bremer Elle, einer frühere Maßeinheit, auseinander. So konnten Marktbesucher:innen einst ihre Ware genau abmessen. 

Folgst du dem Blick des Bremer Rolands, erhebt sich vor dir der St. Petri Dom. Fast überall in der Bremer Innenstadt sieht man die Spitzen der beiden über 90 Meter hohen Kirchtürme über die Häuser ragen. Die bunten Kirchenfenster und die beiden Krypten sind sowohl von innen als auch von außen absolut sehenswert. Steige die 265 Stufen des südlichen Kirchturms hinauf und genieße einen einmaligen Blick über die Altstadt.

Mehr anzeigen
Rathaus und Marktplatz in Bremen
3

Böttcherstraße

Wenn du vom Rathaus über den Marktplatz spazierst, gelangst du in die Böttcherstraße. Die gemütliche Gasse ist von Backsteinhäusern gesäumt und gilt als die heimliche Hauptstraße der Bremer Altstadt. In der nur 108 Meter langen Gasse und den angeschlossenen kleinen Handwerkshöfen findest du kleine Geschäfte, Museen und Gastronomie. Stöbere in den Lädchen, probiere leckere Bonbons (in Bremen sagen wir „Bonschen“) in der Bonbon Manufaktur und lausche zu jeder vollen Stunde zwischen 12 bis 18 Uhr dem beliebten Glockenspiel. Falls das ganze Sightseeing dich durstig gemacht hat: Der Blaue Fasan versorgt dich direkt in der Böttcherstraße mit kreativen Cocktails. Zum Abendessen empfehle ich dir das Schüttinger. In der gemütlichen Brauerei mit Brauhauskeller wird eigenes Bier gebraut, das perfekt zur herzhaften bremischen Küche passt. Probiere doch mal Bremer Knipp, eine knusprig angebratene Grützwurst, die mit Bratkartoffeln und Gewürzgurke gereicht wird.

Mehr anzeigen
Böttcherstrasse mit Backsteinhäusern mitten in Bremen
4

Die Schlachte

Am hinteren Teil der Böttcherstraße angekommen, führt dich ein kleiner Tunnel unter der Straße direkt an die Weser. Die Schlachte ist eine Weserpromenade, an der sich Biergärten und Restaurants zu einer trubeligen Ausgehmeile aneinanderreihen. Beobachte die vorbeifahrenden Schiffe bei einem kühlen Getränk in einem der Biergärten oder unternimm einen Spaziergang direkt unten am Wasser. Wünschst du dir bei deinem Besuch in Bremen ein besonderes Dinner in einmaliger Kulisse, empfehle ich dir die Alexander von Humboldt. Das ikonische Segelschiff, einst bekannt für seine grünen Segel, ankert direkt an der Schlachte und bietet nicht nur Leckeres aus der Kombüse, sondern auch kuschelige Übernachtungsmöglichkeiten.

Die Schlachte ist außerdem der ideale Ausgangspunkt, wenn du Bremen von der Weser aus erleben möchtest: Schippere auf gemütlichen Ausflugsschiffen durch die Häfen, entdecke den Deich oder fahre am Weserstadion vorbei, dem einzigen Stadion in Deutschland mit eigenem Schiffsanleger.

Mehr anzeigen
Die Schlachte ist eine Promenade an der Weser mit vielen Gaststätten
5

Der Schnoor

Das wohl malerischste Viertel und eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in Bremen ist der Schnoor. Hier reihen sich windschiefe bunte Häuschen in kleinen Gassen mit Kopfsteinpflaster wie Perlen an einer Schnur aneinander. Daher stammt auch der Name: Schnoor heißt übersetzt aus dem Plattdeutschen Schnur. Stöbere hier in kleinen Concept Stores und Kunsthandwerksläden, trinke Kaffee im Lagom oder genieße einen Afternoon Tea im traditionellen Teestübchen und versuche jeden kleinen Winkel, die engste Gasse und das kleinste Haus zu finden. Ein echtes Highlight ist das Geschäft Weihnachtsträume, denn hier kannst du das ganze Jahr Dekoration für die besinnlichste Zeit des Jahres shoppen. Doch nicht nur Weihnachtsfans können hier einiges entdecken. In dem Geschäft verbirgt sich neben funkelnden Ornamenten auch ein großes noch erhaltenes Stück der Bremer Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert.

Mehr anzeigen
Stadtviertel Schnoor mit vielen bunten Häusern
Besuch bei den Stadtmusikanten: Erlebe die historischen Sehenswürdigkeiten Bremens direkt ab Stuttgart.
6

Das Bremer Viertel

Direkt neben der Altstadt liegt der Stadtteil Östliche Vorstadt. Einst außerhalb der Stadtmauern gelegen, findest du das Ostertor- und das Steintorviertel oder kurz: das Viertel. Das Viertel ist nicht nur das schönste in Bremen (zugegeben, ich bin vielleicht etwas parteiisch, weil ich dort wohnen darf), sondern auch kultureller Schmelztigel, kulinarischer Hotspot und Ausgehviertel in einem. Schlendere über die Kulturmeile mit Kunsthalle und Theater am Goetheplatz, lasse dir den leckeren Kaffee in der Glücksbohne schmecken, shoppe in Stores wie Glückstreter oder The Lucky Fish. Lasse dich aber auch unbedingt durch die hübschen Nebenstraßen treiben und entdecke die kunstvollen, historischen Altbremer Häuser. Für den Abend empfehle ich dir Dinner im Il Blu, Bremer Bier im Butschern, Wein im Café Engel und Cocktails im Perlen und Primaten. Nach dem ein oder anderen Kaltgetränk pilgern wir Bremer:innen aus allen Ecken des Viertels zu Tandour am Sielwall. Hier gibt es eine echte Besonderheit: den Rollo. Der dünne Fladenbrot-Wrap wurde genau hier erfunden und wird mit knusprigen Falafeln oder aromatischem Hähnchen belegt, aufgerollt, gebacken und direkt an Ort und Stelle verspeist.

Mehr anzeigen
Blick auf "das Viertel", ein belebter Stadtteil in Bremen
7

Weserstadion und Osterdeich

Aus dem Viertel bist du in nur wenigen Minuten an der Weser. Am Osterdeich, wo die Weser ihren bekannten großen Bogen gemacht, wird bei schönem Wetter gepicknickt, es werden Spiele gespielt oder einfach am Deich gesessen. Wenn du Glück hast, legt sogar jemand auf und verwandelt die Osterdeichwiese in einen kleinen Dancefloor. Hier, direkt am Fluss, findest du auch das schönste Fußballstadion der Welt: das Weserstadion, die Heimat des SV Werder Bremen. Egal ob Fan oder nicht: Jeder, der die Stadt besucht kommt um den Fußball nicht drumherum, denn Bremens Herz schlägt grün-weiß. Besonders der Trubel an Heimspieltagen direkt um das Stadion und im Viertel sind wirklich einmalig. Wenn dich Fußballgeschichte interessiert, nimmt dich das Werdermuseum „Wuseum“ mit auf eine grün-weiße Reise durch die Zeit. Direkt neben dem Weserstadion liegt das Bootshaus am Weserbogen. Mit Blick auf den kleinen Bootshafen und dem besten Ort für leckere Drinks zum Sonnenuntergang ist das Restaurant direkt unter den Flutlichtmasten des Stadions wirklich mein liebster Ort der Stadt.

Mehr anzeigen
Das Weserstadion mit dem großen Park namens Osterdeich
8

Bürgerpark und Botanika

Wusstest du, dass Bremen die grünste Stadt Deutschlands ist? Das kommt nicht von ungefähr, denn die grünen Wallanlagen, der Deich an der Weser und die vielen Parks verwandeln die Stadt in ein Naherholungsgebiet. Der Bürgerpark liegt hinter dem Hauptbahnhof und erstreckt sich zusammen mit dem angrenzenden Stadtwald über 200 Hektar mitten im Herzen der Stadt. In Bremens grüner Lunge hast du viel Platz für Spaziergänge, kannst im Ruderboot über die kleinen Kanäle schippern oder sogar ein paar tierische Parkbewohner im Tiergehege treffen. Für eine kleine Einkehr oder ein leckeres Eis empfehle ich dir das Emma am See. An warmen Tagen empfängt dich der Stadtwaldsee mit einer kleinen Abkühlung. Im Stadtteil Vahr, etwas außerhalb der Bremer Innenstadt, liegt der Rhododendronpark – und mittendrin die Botanika. In dem Naturerlebniszentrum können Klein und Groß interaktiv die biologische Vielfalt erleben. Die authentisch nachgebildeten Welten lassen dich für einen Moment in den Himalaya oder die Regenwälder Borneos reisen. Der angrenzende Park lädt zu einem anschließenden Spaziergang ein – besonders schön ist es zur Blüte der Rhododendren und Azaleen.

Mehr anzeigen
Der Bürgerpark mitten in der Bremer Stadt
9

Überseestadt

Folgst du der Weser ab der Schlachte Richtung Norden begibst du dich in das alte Hafenquartier Bremens: die Überseestadt. Wo früher zahlreiche Schiffe geankert haben, um Waren zu transportieren, ist heute ein neues Viertel entstanden, in dem nicht nur viele Unternehmen ihre Heimat gefunden haben – sondern auch viele Restaurants, Museen, Theater und sogar ein Strand. Schlendere am beeindruckenden Weser Tower vorbei, probiere Craft Beer in der Bremer Braumanufaktur und gönne dir nebenan bei Zio Manu eine leckere neapolitanische Pizza. Vorbei an ehemaligen Lagerhallen und noch immer für die Seefahrt genutzten Arealen, kannst du bei Fiete’s Hafenbar einen Sundowner nehmen oder direkt zum Waller Sand spazieren, wo die Sonne die Skyline der Industriehäfen abends in goldene Töne taucht, und eine ganz besondere Atmosphäre kreiert.

Mehr anzeigen
Im Norden von Bremen befindet sich die Überseestadt
10

Vegesack und Maritime Meile

Der Bremer Norden steht zugegebenermaßen nicht ganz oben auf der Bucketliste für die Hansestadt. Als waschechte Nordbremerin, habe ich aber trotzdem großartige Tipps für dich. Die Regionalbahn bringt dich in ca. 30 Minuten an den Bahnhof Vegesack und von hier aus zieht es dich in wenigen Schritten wieder ans Wasser – und die Maritime Meile. Bestaune alte Schiffe im Museumshafen und schlendere am Hafenbecken entlang zur Weser. Hier erwartet dich das maritime Herz des Stadtteils: der Utkiek. Am Walkiefer, der an den Walfang erinnert, haben sich urige Kneipen und gemütliche Restaurants in alten Hafenhäusern angesiedelt – die Weser immer im Blick. Lasse dir einen saftigen Hafenburger schmecken und rutsche danach einen Biergarten weiter ins Fährhaus. Hier gibt’s leckeres norddeutsches naturtrübes Kräusenbier vom Fass. Schlenderst du noch ein bisschen weiter flussaufwärts, findest du dich im Stadtgarten wieder. Von hier kannst du vorbeifahrenden Schiffen zuwinken oder mit etwas Glück die Yachten der ansässigen Werften bestaunen. Ein wenig Kunst rundet deinen Tag in Vegesack perfekt ab: In einem alten Vegesacker Packhaus verbirgt sich das Overbeck-Museum. Zwischen rustikalen Holzbalken werden die sanften Malereien der Künstlerpaares Hermine und Fritz Overbeck ausgestellt. Das Museum ist ein kleines Juwel und bietet viel Ruhe zum Erkunden der Kunstwerke.

Mehr anzeigen
In Vegesack, nördlich von Bremen, befindet sich ein beeindruckender Hafen
Vom Weinberg an die Weser: Entdecke ab Stuttgart die maritime Kultur der Hansestadt Bremen.
Einen Abschnitt nach oben springen
Einen Abschnitt nach unten springen

ANDERE STORIES

Vorherige Artikel anzeigen
Nächste Artikel anzeigen