Zwischen Pyramiden und Nil: 6 Sehenswürdigkeiten in Kairo
Mein frühes Date mit den Pyramiden
Kurz nach 8 Uhr stehe ich auf dem Pyramidenplateau von Gizeh. Die Sonne steht noch tief und rund um die Cheops-Pyramide ist es erstaunlich ruhig. Obwohl ich sie schon unzählige Male auf Bildern gesehen habe, bin ich von diesem ersten Blick ziemlich überwältigt. 4.500 Jahre Geschichte und ich stehe einfach mittendrin. Wer Pyramiden und Sphinx ohne die großen Besuchergruppen erleben möchte, sollte früh aufstehen. Ab etwa 10 Uhr wird es meist voller. Für meinen Rundgang lasse ich mir rund vier Stunden Zeit und nutze den kostenfreien elektrischen Shuttlebus zwischen den einzelnen Stationen. Mein Weg führt von der Cheops-Pyramide über das Plateau bis zur Sphinx. Die Dimensionen sind enorm: Ursprünglich war die Große Pyramide 146,5 Meter hoch und rund 3.800 Jahre lang das höchste Bauwerk der Welt. Wer auch eine Pyramide von innen sehen möchte, plant am besten etwas mehr Zeit ein. Danach haben meine Füße eine Pause verdient. Im Khufu’s direkt auf dem Gizeh Plateau habe ich reserviert und bestelle mir verschiedene Kleinigkeiten. Zwischen Mezze und Minztee wandert mein Blick immer wieder zurück zu den Pyramiden.
Mehr anzeigenBei Tutanchamun zu Besuch
Schon in der Eingangshalle des Grand Egyptian Museum wartet Ramses II. auf mich. Und zwar ziemlich eindrucksvoll: Seine Statue ist elf Meter hoch. Mehr als 50.000 Artefakte sind im Museum zu sehen, mein Highlight entdecke ich ein paar Schritte weiter. Mehr als 5.000 Objekte aus dem Grab Tutanchamuns werden hier erstmals zusammen gezeigt. Und mittendrin scheint seine Büste frei im Raum zu schweben. Durch die großen Fenster tauchen immer wieder die Pyramiden auf. Für mich einer dieser Momente, in denen Vergangenheit und Gegenwart in Kairo plötzlich nah zusammenrücken. Für meinen Besuch plane ich mindestens drei Stunden ein. Zeit für eine süße Pause mit Kaffee und Baklava nehme ich mir bei Mandarine Koueider. Die ägyptische Traditionskonditorei gibt es seit 1928. Bevor ich weiterziehe, schaue ich noch im Museumsshop vorbei: Zwischen Büchern, Schmuck und modernem ägyptischem Design finde ich hier Mitbringsel jenseits der klassischen Pharaonen-Souvenirs.
Mehr anzeigenMitten rein ins Gewusel von Khan el Khalili
Laute Stimmen, klapperndes Metall, der Duft von Gewürzen und Weihrauch: Im Khan el Khalili bin ich sofort mittendrin im lebhaften Gewusel des historischen Kairo. Der mittelalterliche Basar ist ein Labyrinth aus schmalen Gassen und kleinen Läden. Buntglaslaternen leuchten neben Kleidung, Lederwaren und Gewürzen, in den Werkstätten dahinter entstehen viele Stücke noch von Hand. Ich überlege kurz, ob eine der filigranen Laternen noch in mein Gepäck passt. Zeit für eine kleine Pause: Das Naguib Mahfouz Café mitten im Basar erinnert an den gleichnamigen ägyptischen Literaturnobelpreisträger. Ich bestelle ein paar ägyptische Vorspeisen und gönne Ohren und Füßen kurz eine Pause vom Gewusel draußen. Gestärkt führt mein Weg zur Al Muizz Straße, einem Freilichtmuseum islamischer Architektur. Moscheen, Mausoleen und jahrhundertealte Handelshäuser säumen die Straße.
Mehr anzeigenKairo von oben an der Zitadelle
Von der Zitadelle von Saladin wird mir erst klar, wie weit sich Kairo tatsächlich ausdehnt. An klaren Tagen reicht der Blick sogar bis zu den Pyramiden von Gizeh. Die inmitten der Festung gelegene Muhammad Ali Moschee beeindruckt mich mit ihrer großen Kuppel und den unzähligen Lampen, die darunter zu schweben scheinen. Innen und außen ist sie mit hellem Alabaster verkleidet, daher auch ihr Beiname Alabastermoschee. Für den Besuch habe ich ein Tuch dabei und achte darauf, Schultern und Knie zu bedecken. Nur eine kurze Fahrt entfernt wird es im Al Azhar Park erstaunlich grün. Angelegte Gärten, Springbrunnen und schattige Wege führen durch den Park, immer wieder mit Blick auf die Zitadelle und das historische Kairo. Bei Granita am See gönne ich mir zum Abschluss einen erfrischenden Hibiskus-Smoothie mit Blick aufs Wasser. Tipp: Am liebsten komme ich am späten Nachmittag, wenn es langsam kühler wird. Wer es ruhiger mag, plant den Besuch besser nicht fürs Wochenende.
Mehr anzeigenDurch die Gassen des koptischen Viertels
Schmale Gassen, alte Steinmauern und hinter der nächsten Ecke schon die nächste Kirche: In Coptic Cairo liegen viele der wichtigsten Orte nur wenige Schritte auseinander. Mein Weg führt mich zur Hängenden Kirche, die über einem Torhaus der römischen Festung Babylon errichtet wurde, vorbei an der Kirche St. Sergius und Bacchus bis zum Koptischen Museum. Das Viertel ist bis heute ein Zentrum der koptischen Christ:innen in Ägypten. Am Abend geht es nach Zamalek. Die grüne Nilinsel mitten in Kairo ist mein Stopp fürs Dinner. Bei Zööba kommt ägyptisches Streetfood bunt und modern auf den Tisch. Ich bestelle Taameya aus Favabohnen im Baladi-Brot und teile noch eine Portion Dukkah Fries. Schnell, unkompliziert und genau richtig, denn lange bleibe ich heute nicht sitzen. Mein nächstes Date wartet schon auf dem Nil.
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Zwei Stunden treiben lassen auf dem Nil
Von Zööba ist es nur eine kurze Fahrt bis zum Anleger von Cafelluca auf Zamalek. Los geht es kurz vor Sonnenuntergang, genau zur richtigen Zeit für das Abendlicht auf dem Nil. Statt eines großen Ausflugsboots wartet hier eine kleine Feluke mit Segel auf mich. Kaum stößt das Boot vom Ufer ab, höre ich nur noch das Wasser am Rumpf und den Wind im Segel. Eine leichte Brise zieht übers Deck und die Feluke schaukelt sanft über den Nil. Während am Ufer die Hochhäuser vorbeiziehen, färbt sich der Himmel über Kairo erst golden, dann rosa. Perfekt, um alle Eindrücke der vergangenen Tage auf mich wirken zu lassen. Wieder an Land fehlt mir eigentlich nur noch eins: ein letzter Drink mit Blick auf den Nil im Crimson Bar & Grill. Und dann heißt es für mich: Kairo, wir sehen uns wieder.
Mehr anzeigenIm Foustat Traditional Crafts Center in Old Cairo kannst du Kunsthandwerker:innen bei traditionellen Techniken über die Schulter schauen. Perfekt, um noch ein handgefertigtes Souvenir aus Keramik, Kupfer oder Holz mit nach Hause zu nehmen.