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Tower of London: Monarchie, Macht und Mythen

Der Tower of London gehört für mich zu den eindrucksvollsten London Sehenswürdigkeiten. Hier treffen königliche Geschichte, Machtspiele und alte Legenden aufeinander. Über Jahrhunderte diente er als Festung, königlicher Palast, Gefängnis und Schatzkammer. Unbedingt empfehlen kann ich dir die rund einstündige Yeoman Warder Tour. Die „Beefeater“ führen mit typisch britischem Humor durch die Anlage und erzählen Anekdoten, die Geschichte lebendig werden lassen. Ein weiteres Highlight sind die Kronjuwelen. Vor den funkelnden Schätzen wird deutlich, welche Symbolkraft die Monarchie bis heute besitzt.

Tower of London entlang der Themse, Großbritannien.

Und dann sind da noch die berühmten Raben. Der Legende nach würde das Königreich fallen, sollten sie den Tower verlassen. Mindestens sechs von ihnen leben hier, betreut vom Ravenmaster, und verleihen dem Ort eine fast mystische Atmosphäre.

Gerade noch unterm Fernsehturm, gleich schon an der Tower Bridge: Fliege direkt von Berlin nach London.

Tower Bridge und Tate: Spaziergang mit Skylineblick

Vom Tower hast du eine perfekte Sicht auf die Tower Bridge. Für mich beginnt hier einer der schönsten Spaziergänge der Stadt. Entlang der Themse laufe ich Richtung Tate Modern, vorbei an Live-Musik und mit ständigem Blick aufs Wasser.

Blick auf die Tower Bridge in London.

Das ehemalige Kraftwerk ist heute ein Museum und wirkt schon von außen beeindruckend. Im Inneren präsentiert sich die Kunst anders als in klassischen Museen. Die großzügigen Hallen des ehemaligen Kraftwerks schaffen eine besondere Offenheit, in der sich jede Ausstellung neu entfaltet. Am hervorragend sortierten Museumsshop kann ich nicht vorbeigehen: Designbücher, Kunstprints und außergewöhnliche Souvenirs faszinieren mich. Danach zieht es mich ins Tate Modern Restaurant. Mit einer Tasse Earl Grey Tea mit einem Schuss Milch genieße ich durch die großen Fenster den Blick bis zur St. Paul’s Cathedral und über die Skyline der City.

Tate Modern Galerie und Millenium Brücke in London, Großbritannien.

Zurück geht es über die Millennium Bridge. Viele laufen hier einfach durch. Ich bleibe stehen. Auf den Kaugummis am Boden hat der Künstler Ben Wilson winzige Bilder gemalt. Fast unscheinbar, fast übersehbar. Genau diese kleinen Entdeckungen sind es, die London für mich besonders machen.

Kreatives London: Shoreditch & Spitalfields

Shoreditch ist für mich das Gegenteil des noblen, royalen London. Rund um den Old Spitalfields Market stöbere ich durch junges Design, kleine Labels und internationales Streetfood. Auf der Brick Lane ist ein warmer üppig belegter Bagel bei Beigel Bake für mich Pflichtprogramm. Danach schaue ich im Brick Lane Bookshop vorbei, stöbere im Plattenladen oder lasse mich einfach von Street Art Murals zum nächsten Graffiti durch die Nebenstraßen und Hinterhöfe treiben. Sonntags liebe ich den Columbia Road Flower Market. Neben den wunderschönen Marktständen mit Blumen und Pflanzen gibt es hier viele kleine Läden zu entdecken wie den schönen Feinkostladen mit italienischen Spezialitäten. Die Nelly Duff Galerie ist für mich in jedem Fall immer einen Besuch wert. Sie ist eine feste Größe im East End, war eine der ersten Galerien für internationale Street Art und ist heute Institution und Edition House in der historischen Columbia Road. Die Farben, die Stimmen, die Energie. Hier ist London lebendig.

Aussicht aus der Luft auf das Kunstviertel Shoreditch, London.
Straßenkunst in Shoreditch in London.

Notting Hill & Portobello Road: Markttrubel und Pastelltöne

Das beliebte Viertel Notting Hill beginnt für mich ganz entspannt. Morgens starte ich hier mit einem leckeren Frühstück bei Gail’s Bakery auf der Portobello Road. Ein warmes Pain au Chocolat, dazu ein guter Kaffee, während draußen langsam das Viertel erwacht. Gestärkt geht es über den Portobello Road Market. Je früher du da bist, desto entspannter lässt sich stöbern. Zwischen Antiquitäten, Kuriositäten und Trödel reihen sich Vintage- und Einrichtungsläden, Obststände und Street Food aneinander. Ein kurzer Abstecher zum The Notting Hill Bookshop, bekannt aus dem Film Notting Hill, gehört für viele dazu. Mein persönlicher Favorit ist jedoch Daunt Books,  eine wunderschöne Buchhandlung mit Holzgalerien und Reisebüchern aus aller Welt.

Kirschblüte in London, Bezirk Notting Hill, Vereinigtes Königreich.

Nach dem Marktspaziergang schlendere ich durch die Colville Terrace und die Lancaster Road. Die pastellfarbenen viktorianischen Häuserreihen mit ihren schmiedeeisernen Zäunen sind das Sinnbild dieses Viertels und haben einen ganz besonderen Charme. Zum Abschluss zieht es mich in den Kyoto Garden im nahegelegenen Holland Park. Zwischen Wasserfall, Kois und japanischer Gartenarchitektur entsteht ein ruhiger Gegenpol zum bunten Treiben auf der Portobello Road.

Ein Flug ab Berlin und schon bist du bei Londons beliebtesten Sehenswürdigkeiten – vom Buckingham Palace bis zum London Eye.

Richmond & Kew: Mein grünes London

Wenn ich eine Pause vom Trubel der Stadt brauche, steige ich in die District Line und fahre nach Richmond. Schon die Ankunft fühlt sich entschleunigt an. Die Royal Botanic Gardens, Kew im Südwesten Londons sind weitläufig, ruhig und perfekt für einen halben Tag im Grünen. Über den Baumwipfelpfad in 200 Meter Höhe spazieren, durch die viktorianischen Gewächshäuser streifen oder dem interaktiven Spielplatz beim Lachen zuhören – hier finden alle ihren Lieblingsspot.

Das Palmenhaus in den Kew Gardens im Frühling, London, Großbritannien.

An der Uferpromenade von Richmond wirkt die Themse plötzlich ganz anders. Schmaler, ruhiger, fast ein bisschen dörflich. Du kannst dir ein Ruderboot leihen und mit einem Picknick vom Markt am Heron’s Square lospaddeln. Im White Cross Pub sitze ich am liebsten draußen direkt am Wasser. Und wenn Hochwasser ist, serviert das Team die Drinks auch mal in Gummistiefeln – very British.

Boote auf der Themse in Richmond an einem sonnigen Tag, im Hintergrund die Richmond Bridge.

Der Richmond Park ist mit seinen rund 800 Hektar riesig. Zu Fuß oder mit dem Rad erkundest du weite Wiesen, alte Eichen und mit etwas Glück begegnest du den hier frei lebenden Hirschen. Am Aussichtspunkt King Henry’s Mound, dem höchsten Punkt des Richmond Hill, kannst du bei gutem Wetter mit dem Fernrohr bis zur St. Paul’s Cathedral blicken; 15 Kilometer Luftlinie und trotzdem scheint die Stadt plötzlich ganz nah.

London mit Kids: Abenteuer für die ganze Familie

Mit Kindern liebe ich es, London im roten Doppeldeckerbus zu erkunden. Ganz vorne oben sitzen, durch die Straßen rollen und das bunte Treiben von oben beobachten – das macht einfach Spaß. Kinder unter zehn Jahren fahren kostenfrei und nebenbei entdeckst du viele Sehenswürdigkeiten. Für eine Pause geht es in die Kensington Gardens zum Diana Memorial Playground. Das große Piratenschiff ist perfekt zum Austoben, während du dir einen Milchkaffee gönnst.

Ein blonder Junge spielt auf dem Diana Memorial Playground in den Kensington Gardens.

Im Science Museum staunen nicht nur Kids. Raumfahrt, Dampflokomotiven und die ersten Flugzeuge werden interaktiv und anschaulich erklärt. Danach wartet im Museums Café ein Afternoon Tea der besonderen Art. Süße Experimente im Reagenzglas, essbare Raketen und kleine Überraschungen erfinden die klassische Tea Time neu. Unbedingt vorab online reservieren.

Blick auf die Bühnentür eines Londoner West-End-Theatergebäudes.

Und am Abend? Ein Musical im West End. Ob Paddington, Matilda oder The Lion King – Restkarten findest du oft beim TKTS-Stand am Leicester Square oder direkt am Theater, besonders unter der Woche.

Londons Highlights statt Späti ums Eck – mit einem Direktflug ab Berlin.

Sunday Roast – ein Sonntagsritual

Wenn du am Sonntag in London unterwegs bist, gehört ein Klassiker einfach dazu: der Sunday Roast. Kaum ein Pub oder Restaurant mit britischer Küche lässt diese Tradition aus. Du kommst mit Lieblingsmenschen zusammen, genießt einen ausgiebigen Lunch und stößt auf die vergangene Woche an. Ganz entspannt, ganz britisch. Was auf deinen Teller kommt? Freue dich auf einen zarten Sonntagsbraten wie Roastbeef, Yorkshire Pudding frisch aus dem Ofen, goldbraune Backkartoffeln, saisonales Gemüse und reichlich Bratensoße (Gravy).  Am liebsten genieße ich meinen Sunday Roast übrigens ganz klassisch in einem traditionellen Pub mit einem guten Drink, viel Gravy und genug Zeit für lange Gespräche. Meine Favoriten sind: The Surprise in Chelsea und The Devonshire in Soho. Reserviere unbedingt vorab. Gerade sonntags sind die Tische schnell vergeben.

Gravy wird in einem Pub über das sogenannte Sunday Roast gegossen. Dabei handelt es sich um ein Essen mit Sonntagsbraten, Bratkartoffeln, Gemüse und Yorkshire Pudding.
Ein Sunday Roast in einem Londoner Pub ist einfach herrlich ehrlich.

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